Lou Albert-Lasard (1885–1969) war eine deutsch-französische Malerin, Zeichnerin und Lithographin der klassischen Moderne. Die in Metz geborene Künstlerin lebte und arbeitete in wichtigen Zentren der europäischen Avantgarde, darunter München, Ascona, Berlin und Paris. Ihr Werk ist dem Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit und der modernen Grafik des frühen 20. Jahrhunderts zuzuordnen.
Typisch für die Kunst von Lou Albert-Lasard sind eine prägnante Linienführung, flächig angelegte Farbpartien und eine vereinfachte, gelegentlich karikaturhafte Formensprache. Sie schuf vor allem Porträts, Figurenstudien sowie Darstellungen des Großstadt- und Kulturlebens. Cafés, Theater, Tanzlokale und Varietés erscheinen in ihren Arbeiten als lebendige, zugleich oft nachdenklich oder spannungsvoll wirkende Bildräume.
Besondere kunsthistorische Bedeutung haben ihre Zeichnungen aus dem Internierungslager Gurs, in dem Lou Albert-Lasard 1940 inhaftiert war. Die unmittelbaren Darstellungen des Lageralltags verbinden ihre künstlerische Beobachtungsgabe mit einem eindringlichen historischen Zeugnis. Heute gilt Lou Albert-Lasard als bedeutende Künstlerin der klassischen Moderne und als wichtige Vertreterin einer eigenständigen, grafisch geprägten Bildsprache.